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Glossar
Ein paar Begriffe rund um Wein und Spirituosen tauchen auf unserer Website immer wieder auf. Hier erklären wir sie kurz und ohne Fachchinesisch — bei allem anderen fragen Sie gerne persönlich nach.
Wein-Begriffe
- Assemblage
- Der Vorgang des Verschneidens: das gezielte Zusammenführen verschiedener Rebsorten, Lagen, Fässer oder Jahrgänge zu einem harmonischen Wein. Das Ergebnis dieses Vorgangs ist die Cuvée.
- Autochthon
- Eine Rebsorte, die in einer bestimmten Region historisch entstanden ist und dort seit langer Zeit fast ausschließlich angebaut wird — im Gegensatz zu „internationalen" Sorten, die weltweit erfolgreich kultiviert werden (z. B. Cabernet Sauvignon oder Chardonnay), und zu modernen Neuzüchtungen, die gezielt im Labor gekreuzt wurden (z. B. Müller-Thurgau oder Solaris). In den Rebsorten-Tabellen oben ist der Typ jeder Sorte entsprechend gekennzeichnet.
- Barrique
- Ein kleines Holzfass, meist aus Eiche, mit rund 225 Litern Fassungsvermögen. Die Lagerung darin gibt dem Wein Röst-, Vanille- und Gewürznoten.
- Cuvée
- Das Ergebnis einer Assemblage — ein Wein, der aus mehreren Rebsorten, Lagen oder Fässern zusammengestellt wurde, im Gegensatz zu einem sortenreinen Wein. Bei Champagner meint „Cuvée" zusätzlich enger die erste, feinste Pressung des Traubensafts.
- Gemischter Satz
- Verschiedene Rebsorten wachsen gemeinsam im selben Weinberg und werden zusammen geerntet und vergoren — anders als bei der Cuvée findet hier keine nachträgliche, bewusste Assemblage statt.
- Gutswein / Ortswein
- Stufen der deutschen Weinklassifikation (VDP): „Gutswein" ist der Basiswein eines Weinguts, „Ortswein" stammt aus Lagen eines bestimmten Orts — beides oberhalb der einfachen Qualitätsstufe.
- Jahrgang
- Das Erntejahr der Trauben, aus denen der Wein hergestellt wurde. Je nach Witterung kann sich der Charakter eines Weins von Jahrgang zu Jahrgang unterscheiden.
- Passito
- Ein Wein aus getrockneten Trauben (Appassimento) — durch das Trocknen konzentrieren sich Zucker und Aromen, bevor die Trauben gekeltert werden. Meist entstehen so Süßweine, es gibt aber auch trockene Ausnahmen: Der Amarone della Valpolicella wird nach derselben Methode hergestellt, aber vollständig durchgegoren — sein süßes Gegenstück aus denselben Trauben ist der Recioto della Valpolicella.
- Riserva / Reserva / Crianza
- Klassifikationen für längere Reifezeit vor dem Verkauf: „Riserva" (Italien) und „Reserva" (Spanien) bedeuten eine überdurchschnittlich lange Fass- und Flaschenreife, „Crianza" (Spanien) eine mittlere, gesetzlich vorgeschriebene Mindestreifezeit.
- Rosé
- Wein aus roten Trauben, bei dem die Maische nur kurz mit der Schale in Kontakt bleibt — dadurch entsteht die charakteristische helle, rosafarbene Tönung statt kräftigem Rot.
- Sortenrein
- Ein Wein aus nur einer einzigen Rebsorte — auch wenn er aus mehreren Fässern oder Parzellen derselben Sorte zusammengeführt wurde. Der Gegenbegriff zur Cuvée.
- Terroir
- Das Zusammenspiel aus Boden, Klima und Lage eines Weinbergs — die Gesamtheit der Faktoren, die den Charakter eines Weins prägen, bevor der Winzer überhaupt eingreift.
- Trocken / Halbtrocken
- Angabe zum Restzuckergehalt: „Trocken" schmeckt kaum süß, „Halbtrocken" hat eine dezente, meist noch nicht klar wahrnehmbare Süße.
Rebsorten
Die wichtigsten Rebsorten aus unserem Sortiment — mit Herkunft und den Anbauregionen, aus denen unsere Weine tatsächlich stammen.
Rotweinsorten
| Rebsorte | Herkunft & Anbauregionen | Charakter | Typ |
|---|---|---|---|
| Alicante Bouschet | Spanien, Portugal | Eine der wenigen Färbertrauben mit rotem Fruchtfleisch, kräftig | Neuzüchtung 1855 |
| Aragonez | Alentejo, Portugal (identisch mit Tempranillo) | Fruchtig, mittlere Tannine | Autochthon |
| Barbera | Piemont | Fruchtig, lebendige Säure, wenig Tannin | Autochthon |
| Bobal | Utiel-Requena, Spanien | Dunkel, fruchtig, robuste Tannine | Autochthon |
| Cabernet Franc | Loire, Bordeaux | Leichter und würziger als Cabernet Sauvignon, feine Paprika-Note | International |
| Cabernet Sauvignon | Bordeaux, weltweit verbreitet | Kräftig, tanninreich, Aromen von schwarzer Johannisbeere und Zeder | International |
| Carignano (Carignan) | Sardinien, Südfrankreich | Kräftig, tanninreich, rustikal | Autochthon |
| Carménère | historisch Bordeaux, heute vor allem Chile | Würzig, grüne Paprikanote, kräftiger Körper | International |
| Cinsault | Südfrankreich, Provence | Leicht, oft für Rosé verwendet, fruchtig | Autochthon |
| Lagrein | Südtirol | Kräftig, dunkle Beeren, herbe Tannine | Autochthon |
| Lemberger (Blaufränkisch) | Württemberg, Österreich | Würzig, kräftig, dunkle Beerenfrucht, lebendige Säure | Autochthon |
| Malbec | Cahors, Argentinien | Dunkel, kräftig, Pflaume und Brombeere | International |
| Merlot | Bordeaux (Right Bank), weltweit | Weich, fruchtig, Pflaume und Kirsche, milde Tannine | International |
| Mourvèdre | Rhône, Südfrankreich, Spanien (dort: Monastrell) | Kräftig, wild, erdig, tanninreich | Autochthon |
| Nebbiolo | Piemont (Barolo, Barbaresco) | Hohe Säure und Tannine, Rose, Teer und Kirsche, sehr langlebig | Autochthon |
| Negroamaro | Apulien | Kräftig, erdig, dunkle Frucht | Autochthon |
| Nero d'Avola | Sizilien | Kräftig, Pflaume, mediterran-würzig | Autochthon |
| Petit Verdot | Bordeaux | Spät reifend, tanninreich, meist als Verschnittpartner | International |
| Primitivo | Apulien | Kräftig, süß-fruchtig, hoher Alkoholgehalt | Autochthon |
| Sangiovese | Toskana | Kirsche, Kräuternote, mittlere Tannine — Basis für Chianti | Autochthon |
| Spätburgunder (Pinot Noir) | Burgund, Baden, Württemberg, Bodensee | Elegant, hell, Kirsche und Erdbeere, zarte Tannine | International |
| Syrah | Rhône, Südfrankreich | Würzig, dunkle Beeren, Pfeffernote, kräftiger Körper | International |
| Tempranillo | Rioja, Ribera del Duero (Spanien) | Kirsche, Leder- und Tabaknoten mit zunehmender Reife | Autochthon |
| Teroldego | Trentino | Dunkel, fruchtig, erdige Noten | Autochthon |
| Touriga Nacional | Douro, Portugal | Aromatisch, blaue Blüten, kräftig — wichtigste Portwein-Rebsorte | Autochthon |
| Trollinger | Württemberg | Leicht, fruchtig, wenig Tannin, typisch schwäbischer Alltagswein | Autochthon |
| Zweigelt | Österreich | Fruchtig, Kirschnote, milde Tannine | Neuzüchtung 1922 |
Weißweinsorten
| Rebsorte | Herkunft & Anbauregionen | Charakter | Typ |
|---|---|---|---|
| Auxerrois | Elsass, Mosel, Baden | Weich, mild, wenig Säure | Autochthon |
| Catarratto | Sizilien | Neutral bis würzig, u. a. Basis für Marsala | Autochthon |
| Chardonnay | Burgund, weltweit verbreitet | Vielseitig — von frisch-mineralisch bis cremig, je nach Ausbau | International |
| Chenin Blanc | Loire | Vielseitig, hohe Säure — von trocken-mineralisch bis honigsüß | International |
| Favorita | Piemont (genetisch identisch mit Vermentino) | Leicht, blumig, piemontesische Lokalbezeichnung für Vermentino | Autochthon |
| Grauburgunder (Pinot Gris/Grigio) | Elsass, Südtirol, Baden | Fülliger Körper, Birne und Honignoten | International |
| Gutedel (Chasselas) | Baden, Schweiz | Neutral, leicht, milder Trinkfluss | Autochthon |
| Johanniter | Deutschland (pilzwiderstandsfähige Sorte) | Riesling-ähnlich, robust im Anbau | Neuzüchtung 1968 |
| Kerner | Deutschland | Würzig, aromatisch, gute Säurestruktur | Neuzüchtung 1929 |
| Macabeo | Spanien | Neutral, frisch — eine der Basisrebsorten für Cava | Autochthon |
| Malvasia | verschiedene Regionen Italiens, Spanien | Aromatisch, häufig mit leichter Süße | Autochthon |
| Moscatel | Spanien, Portugal | Stark aromatisch, häufig für Süßweine | International |
| Muskateller | weltweit verbreitet | Stark aromatisch, ausgeprägter Traubenduft | International |
| Müller-Thurgau | Deutschland | Blumig, mild, leichte Muskatnote | Neuzüchtung 1882 |
| Riesling | Mosel, Rheingau, Württemberg | Hohe Säure, Aprikose und Pfirsich, oft mineralisch | Autochthon |
| Sauvignon Blanc | Loire, weltweit verbreitet | Frisch, grasig, Stachelbeere und Zitrus | International |
| Scheurebe | Deutschland | Intensiv, Cassis- und Grapefruitnote | Neuzüchtung 1916 |
| Solaris | Deutschland (pilzwiderstandsfähige Sorte) | Aromatisch, exotische Fruchtnoten | Neuzüchtung 1975 |
| Vermentino | Sardinien, Ligurien, Provence | Frisch, salzig-mineralisch, Kräuternoten | Autochthon |
| Viognier | Rhône (Condrieu) | Füllig, Aprikose, blumige Aromen | Autochthon |
| Weißburgunder (Pinot Blanc) | Baden, Elsass, Südtirol | Dezent, Apfel und Birne, weicher Körper | International |
Herkunftsbezeichnungen
Ein einfaches Grundprinzip gilt in fast jedem Land: Je höher die Stufe, desto enger die zugelassene Herkunft, desto niedriger der erlaubte Ertrag pro Hektar — und desto mehr Kontrolle (Prüfungen, Verkostungen, Analysen) steckt im Wein. Niedrigere Erträge bedeuten weniger Flaschen pro Weinberg bei gleichbleibendem Aufwand — das ist der Hauptgrund, warum eine höhere Stufe in der Regel auch teurer ist, nicht nur das Etikett.
Deutschland
| Stufe | Bedeutet | Warum der Preis steigt |
|---|---|---|
| Landwein | Einfache regionale Herkunft, wenig Vorschriften | Hohe Erträge möglich — günstigster Alltagswein |
| Qualitätswein (QbA) | Aus einem von 13 Anbaugebieten, Mindest-Mostgewicht vorgeschrieben, amtliche Prüfnummer | Mittlere Preislage, breite Basis des deutschen Weinbaus |
| Prädikatswein | Kabinett bis Trockenbeerenauslese/Eiswein — gestaffelt nach dem Reifegrad (Mostgewicht) der Trauben bei der Lese | Je höher das Prädikat, desto später und riskanter die Lese (Botrytis, Frost bei Eiswein) und desto weniger Saft pro Traube — bei Trockenbeerenauslese oft nur ein Glas Wein pro Rebstock |
| VDP.Großes Gewächs (GG) | Private Spitzenklassifikation: von Hand gelesen, aus einzeln abgegrenzten Spitzenlagen, Ertragsobergrenze deutlich unter dem gesetzlichen Durchschnitt | Kleinste Erträge, arbeitsintensivste Lese, renommierteste Lagen — Preisspitze des deutschen Weinbaus |
Frankreich
Appellation ist dabei der gebräuchliche Oberbegriff für eine geschützte Herkunftsangabe, z. B. „Appellation Bordeaux Contrôlée" — daher auch die Abkürzung AOC.
| Stufe | Bedeutet | Warum der Preis steigt |
|---|---|---|
| Vin de France | Keine Herkunftsangabe außer „Frankreich" nötig, freie Rebsortenwahl | Höchste erlaubte Erträge, geringster Aufwand — Einstiegspreis |
| IGP | Regionale Herkunft (z. B. „IGP Pays d'Oc"), etwas engere Vorgaben als Vin de France | Etwas geringere Erträge, mittlere Preislage |
| AOC / AOP | Fest definiertes Terroir, vorgeschriebene Rebsorten, Ertragsobergrenze, oft Mindestreifezeit | Enge Ertragsbegrenzung und der Ruf etablierter Lagen (Bordeaux, Champagne, Burgund) treiben den Preis am stärksten nach oben |
Italien
| Stufe | Bedeutet | Warum der Preis steigt |
|---|---|---|
| IGT | Regionale Herkunftsangabe mit viel Freiheit bei Rebsorten und Anbaumethoden | Höhere zulässige Erträge, kaum Kontrolle — daher meist günstiger, oft aber trotzdem hochwertig, wenn Winzer bewusst außerhalb der DOC-Regeln arbeiten |
| DOC | Feste Anbauzone, vorgeschriebene Rebsorten, begrenzter Ertrag, amtliche Verkostung vor Freigabe | Niedrigere Erträge und Kontrollkosten schlagen sich im Preis nieder |
| DOCG | Strengste Stufe: staatliche Prüfung inklusive chemischer Analyse, nummerierte Banderole am Flaschenhals als Herkunftsgarantie | Niedrigste Erträge, aufwendigste Kontrolle, meist etablierte Prestige-Lagen (z. B. Barolo, Barbaresco) — daher die höchsten Preise dieser Pyramide |
Österreich
| Stufe | Bedeutet | Warum der Preis steigt |
|---|---|---|
| Qualitätswein | Aus einem der österreichischen Weinbaugebiete, staatliche Prüfnummer | Breite Basis, moderate Preise |
| DAC (Gebietswein) | Gebietstypischer gutes Einstiegsniveau eines DAC-Gebiets, meist an bestimmte Rebsorten gebunden | Regional, aber noch breit erzeugt — Einstiegsniveau innerhalb des DAC-Systems |
| DAC (Ortswein) | Herkunft aus einer einzelnen Gemeinde innerhalb des DAC-Gebiets | Engere Herkunft, meist etwas geringere Erträge |
| DAC (Riedenwein / Lagenwein) | Herkunft aus einer einzeln benannten Riede (Einzellage) — die österreichische Entsprechung zu einer Großen Lage | Kleinste Herkunftseinheit, oft von Hand gelesen — höchste Stufe der DAC-Pyramide in Gebieten wie Kamptal oder Kremstal |
Portugal
| Stufe | Bedeutet | Warum der Preis steigt |
|---|---|---|
| Vinho Regional | Freiere regionale Herkunftsangabe, entspricht der IGP-Stufe | Höhere Erträge erlaubt — günstigste Stufe |
| IPR | Zwischenstufe auf dem Weg zur vollen DOC-Anerkennung, engere Vorgaben als Vinho Regional | Etwas strengere Kontrolle, mittlere Preislage |
| DOC | Höchste Stufe mit festem Anbaugebiet, vorgeschriebenen Rebsorten und Ertragsgrenzen — der Douro zählt mit einer Abgrenzung von 1756 zu den ältesten geschützten Weinregionen der Welt | Enge Ertragsbegrenzung und jahrhundertealtes Renommee einzelner Lagen (z. B. Douro, Vinho Verde) treiben den Preis am stärksten |
Spanien
| Stufe | Bedeutet | Warum der Preis steigt |
|---|---|---|
| IGP (früher Vino de la Tierra) | Regionale Herkunft, vergleichsweise freie Regeln | Größte Freiheit bei Ertrag und Ausbau — günstigste Stufe |
| DO | Feste Anbauregion mit Kontrollrat, vorgeschriebene Rebsorten und Ertragsgrenzen | Reguläre Qualitätsstufe, breites Preisspektrum je nach Region |
| DOCa | Bislang nur Rioja und Priorat: noch strengere Kontrolle, verpflichtende Abfüllung am Ursprungsort | Etablierter Ruf und strenge Herkunftskontrolle rechtfertigen einen Preisaufschlag |
| Vino de Pago | Auszeichnung für ein einzelnes Weingut mit nachweislich einzigartigem Terroir, unabhängig von der Region | Kleinstmögliche, einzelbetriebliche Herkunft — entsprechend die höchste Preisklasse |
Zusätzlich zur Herkunft staffelt sich der Preis in Spanien oft über die Ausbauzeit: Joven (jung, kaum Fassreife) → Crianza → Reserva → Gran Reserva — mehr Fass- und Flaschenreife bedeutet mehr Lagerkosten für das Weingut.
Schaumwein & Sekt
Zwei Herstellungsverfahren prägen fast jeden europäischen Schaumwein: die Flaschengärung (zweite Gärung direkt in der verschlossenen Flasche, aufwendig, feinperlig — auch Champagner-, Traditions- oder klassische Methode genannt) und die Tankgärung (zweite Gärung in großen Drucktanks, sogenannte Charmat- oder Martinotti-Methode — günstiger, frischer, fruchtbetonter). Welches Verfahren ein Land bevorzugt und wie die Qualitätsstufen heißen, unterscheidet sich von Land zu Land.
Deutschland & Österreich
| Bezeichnung | Methode & Herkunft | Charakter |
|---|---|---|
| Sekt | Oberbegriff in Deutschland und Österreich — kann auch aus zugekauftem, teils importiertem Grundwein stammen | Sehr unterschiedlich, meist Tankgärung, günstige Einstiegsstufe |
| Sekt b. A. / Winzersekt | „Bestimmter Anbaugebiete" bzw. vom Weingut selbst aus eigenen Trauben hergestellt und abgefüllt | Garantiert deutsche Herkunft, meist Flaschengärung, hochwertiger |
| Österreichischer Sekt g.U. — Klassik | Trauben aus einem Bundesland, jede Methode erlaubt, mind. 9 Monate auf der Hefe | Frisch, unkompliziert, primärfruchtig |
| Österreichischer Sekt g.U. — Reserve | Handlese, verpflichtend Flaschengärung, mind. 18 Monate auf der Hefe | Feinere Säurestruktur, oft schon Brioche-Aromen |
| Österreichischer Sekt g.U. — Große Reserve | Aus einer einzigen Gemeinde, Handlese, Flaschengärung, mind. 30 Monate auf der Hefe | Höchste Stufe — auf Augenhöhe mit Franciacorta und Champagner |
Österreichischer Sekt g.U. ist seit dem Jahrgang 2015/2016 die geschützte Kategorie für heimischen Qualitätssekt — erkennbar an der rot-weiß-roten Banderole am Flaschenhals.
Kuriose Randnotiz: Auf jeden echten Schaumwein ab 3 bar Druck wird in Deutschland bis heute die „Schaumweinsteuer" fällig (aktuell 1,02 € pro 0,75-l-Flasche). Eingeführt wurde sie 1902 unter Kaiser Wilhelm II. zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte — die Flotte gibt es längst nicht mehr, die Steuer aber schon. Zwischen 1933 und 1939 war sie kurz ausgesetzt, wurde dann aber zur Finanzierung der U-Boot-Flotte im Zweiten Weltkrieg reaktiviert. Die Einnahmen fließen heute ganz ohne Bezug zum Schaumwein in den allgemeinen Bundeshaushalt — 2022 immerhin rund 352 Millionen Euro.
Frankreich
| Bezeichnung | Methode & Herkunft | Charakter |
|---|---|---|
| Champagner-Methode | Zweite Gärung direkt in der Flasche — der Name „Champagner" bleibt aber der Region Champagne vorbehalten | Fein, komplex, oft Brioche- und Hefenoten durch lange Hefelagerung |
| Crémant | Champagner-Methode außerhalb der Champagne, z. B. Crémant de Limoux, d'Alsace, de Bourgogne | Ähnliche Finesse wie Champagner, meist deutlich günstiger |
| Méthode Ancestrale | Älteste bekannte Schaumweinmethode, seit 1531 in Limoux belegt — eine einzige Gärung endet direkt in der Flasche | Meist naturtrüb, lebendig, oft mit leichter Restsüße — Ursprung von Blanquette de Limoux und heute des modernen „Pét-Nat" |
Italien
| Bezeichnung | Methode & Herkunft | Charakter |
|---|---|---|
| Vino Spumante | Oberbegriff für „Schaumwein" — unabhängig von der Herstellungsmethode | Voll schäumend, Druck ab 3 bar |
| Frizzante | Geringerer Druck (1–2,5 bar) als Spumante — entsteht entweder durch kurze Tankgärung, seltener Flaschengärung, oder beim einfachsten (und günstigsten) Weg durch künstlich zugesetzte Kohlensäure (Imprägnierverfahren, ähnlich einem Wassersprudler) | Feineres, kürzeres Prickeln, oft einfacherer Verschluss |
| Prosecco | DOC/DOCG aus Venetien und Friaul, mind. 85 % Glera, fast immer Tankgärung | Frisch, fruchtig, unkompliziert — als Frizzante oder Spumante |
| Lambrusco | DOC aus Emilia-Romagna, aus der Lambrusco-Rebfamilie, meist Tankgärung | Meist roter, leicht schäumender Frizzante, von trocken bis süß, spritzig mit feinen Tanninen |
| Asti / Moscato d'Asti | DOCG aus dem Piemont, aus der Moscato-Traube, Gärung wird früh gestoppt (Asti-Methode) | Süß, aromatisch, niedriger Alkoholgehalt — Dessertbegleiter |
| Franciacorta | DOCG aus der Lombardei, Flaschengärung (Metodo Classico), meist Chardonnay und Pinot Nero | Komplex, feinperlig — gilt als „Italiens Antwort auf Champagner" |
| Trento DOC | Flaschengärung (Metodo Classico) aus dem Trentino, seit 1902 (Winzer Giulio Ferrari) | Eine der ältesten italienischen Flaschengärungs-Appellationen, elegant und mineralisch |
Portugal
| Bezeichnung | Methode & Herkunft | Charakter |
|---|---|---|
| Espumante | Portugiesischer Oberbegriff, auf Basis von Weiß- oder Rotwein, unterschiedliche Herstellungsverfahren | Von einfacher Tankware bis zu anspruchsvoller Flaschengärung |
Spanien
| Bezeichnung | Methode & Herkunft | Charakter |
|---|---|---|
| Cava | Flaschengärung (Traditionsmethode), vor allem Katalonien (Penedès), meist Macabeo, Xarel·lo und Parellada — keine Regionsbezeichnung wie Champagne, sondern in über 150 Gemeinden erzeugbar | Frisch bis komplex, mind. 9 Monate auf der Hefe, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis |
Spirituosen-Begriffe
- Blended
- Eine Mischung (Verschnitt) mehrerer Whiskys unterschiedlicher Fässer, Jahrgänge oder auch Destillerien, um einen gleichbleibenden Geschmack zu erzielen.
- Botanicals
- Die pflanzlichen Zutaten (Wacholder, Kräuter, Schalen, Wurzeln u. a.), mit denen Gin während der Destillation aromatisiert wird.
- Cask Strength
- Whisky, der unverdünnt direkt aus dem Fass abgefüllt wird — entsprechend hoch ist der Alkoholgehalt, oft deutlich über 50 % Vol.
- Distillerie / Brennerei
- Der Herstellungsbetrieb, in dem Spirituosen gebrannt (destilliert) werden — „Distillerie" ist die französische, „Brennerei" die deutsche Bezeichnung für denselben Betriebstyp.
- Single Malt
- Whisky, der ausschließlich aus gemälztem Getreide (meist Gerste) und in nur einer einzigen Destillerie hergestellt wurde — im Gegensatz zu „Blended", einer Mischung mehrerer Destillate.
- Solera-System
- Ein Reifeverfahren, bei dem immer wieder neuer, jüngerer Alkohol zu einem bestehenden Bestand hinzugefügt wird, statt einzelne Jahrgänge getrennt zu lagern. Ursprünglich aus der Sherry-Herstellung, heute auch bei Rum und Whisky verbreitet.